Startseite
Guten Tag!
Bilder
Texte
Pastasciutta Classic

Leben in der Klüttenstadt

L e b e n i n d e r K l ü t t e n s t a d t
Sehenswürdigkeiten in Frechen

Diese Stadt ist berühmt. Frechen kennt man in der ganzen Welt. Sogar der Papst war schon da.
Unglaublich? Noch nie gehört? - Ist aber wahr.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Marienfeld. Das Gelände über einem ehemaligen Braunkohle-Tagebau lockte Besucher aus allen Teilen der Erde nach Frechen. Papst Benedikt XVI. war dabei, als 1,2 Millionen Christen den Weltjugendtag 2005 auf dem Marienfeld feierten.

Bevor dieses Großereignis live in die ganze Welt übertragen wurde, wussten die Frechener lange Zeit gar nicht, was sie mit dem zugeschütteten Loch anfangen sollten. Die Braunkohle war dort längst abgeräumt. Dörfer, die zuvor den gewaltigen Schaufelradbaggern weichen mussten, waren seit Generationen bereits umgesiedelt. So wie Grefrath, das eigentlich Neu-Grefrath heißen müsste und heute ein Ortsteil von Frechen ist. Doch eine Marienfigur aus dem 15. Jh., eine so genannte Pietá, war nicht in Vergessenheit geraten. Die Darstellung der leidenden Muttergottes hatte durch die Jahrhunderte hindurch Pilger angezogen und das weg gebaggerte Kloster Bottenbroich zu einem bekannten Wallfahrtsort gemacht.

Für die Umsiedlung der Dörfer sind ansehnliche Abfindungen gezahlt worden. Bewohner von Alt-Grefrath, die nur ein Plumpsklo im Garten hatten, verfügten in Neu-Grefrath über ein modernes Wasserklosett. Auch die Mater Dolorosa aus Bottenbroich bekam mit der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ein moderneres Zuhause. Und schließlich wurde nach ihr auch das berühmte Marienfeld benannt.

Die Braunkohle verschaffte nicht nur den umgesiedelten Bewohnern Wohlstand, Lohn und Brot, sondern sie bestimmte das Leben der Stadt. Fast jede Familie fühlte sich dem Bergbauunternehmen zugehörig, bis lange nach dem zweiten Weltkrieg.

Viele beheizten ihre Häuser mit Braunkohlenbriketts, die der Stadt das Etikett der „Klüttenstadt“ eintrugen. Seit 1891 produzierte die Brikettfabrik „Sybilla“ im Stadtgebiet Klütten, deren Staub sich an den Fenstern niederschlug und die als Rotz im Taschentuch hängen blieben. Bis in die 1980er Jahre erhielten Mitarbeiter der „Rheinbraun“ regelmäßig Deputat, das als LKW-Ladung vor Haustüren oder in Keller gekippt wurde. Nachdem nicht nur der Tagebau, sondern auch die Produktion verlagert wurde, bekommen nur noch Anwohner des örtlichen HGK-Schienennetzes die Klütten zu sehen, wenn sie auf Waggons durch die Stadt rollen.

Doch auch heute noch können Besucher der Hauptstraße beschauliche Szenen rund um die Produktion und das Leben mit den Briketts betrachten. Der Künstler Olaf Höhnen hat mit seinem „Klüttenbrunnen“ diesen wichtigen Teil der Geschichte in Bronze festgehalten. Die Frechener danken es ihm, indem sie das Denkmal beinahe rund um die Uhr belagern und dort ihr Schwätzchen halten.



Nach oben

Ab wann ist man eigentlich Kölner?

Kontakt Impressum